Kinderarmut in Bebra

Am Donnerstagabend, 17. März, fand das SchulSchulforum2011forum zum Thema „Kinderarmut in Bebra ?!“ statt. Die Schule hatte dazu Marion Raub von der Projektgruppe „Netzwerk gegen Armut“ als Referentin eingeladen. Marion Raub ist Diplomsozialarbeiterin und arbeitet für das Diakonische Zentrum.

In ihrem Vortrag stellte Marion Raub klar, dass auch Kinder in Bebra von Armut betroffen sind; damit meinte sie nicht die absolute Armut, wie man sie aus den Elendsvierteln etlicher Länder unserer Erde kennt, sondern es geht eher um die materielle Armut. Dabei geht man davon aus, dass jemand von Armut bedroht ist, der weniger als 60% des durchschnittlichen gesellschaftlichen Einkommens zur Verfügung hat. Laut ihren Ausführungen sind in Bebra ungefähr 1400 Personen von materieller Armut betroffen, davon über 400 Kinder, d.h. jeder sechste Schüler und jedes vierte Vorschulkind in Bebra leben in Familien, die von Hartz IV leben. Diese Tatsache müssen auch die Lehrer berücksichtigen, denn diese Kinder können oft das Geld für ein bestelltes Arbeitsheft in Höhe von ca. 13 € erst Tage später mit in die Schule bringen. Mit einem Haushaltsetat, der gerade mal 1,16 € für Bildung monatlich vorsieht, sind solche Anschaffungen kaum zu bewerkstelligen.

In der abschließenden Diskussion ging es um das Vorurteil, dass nur derjenige Schüler „in“ ist, der Markenartikel trägt- für Familien und deren Kinder, die von Hartz IV leben, ein Wunsch in weiter Entfernung. Einige Schüler stellten jedoch klar, dass nicht in allen Klassen Mitschüler nur Ansehen erringen, wenn sie Markenartikel tragen.

Schulforum 2011