Höflichkeit in der Schule – das ist ein „heißes“ Thema, denn es ist ein altmodisches Wort der Erwachsenen und außerdem kein Thema auf Augenhöhe zwischen den Generationen. Dieses Problem versuchten Schüler und Lehrer unter der Leitung von Prof. Dr. Lotte Rose von der Fachhochschule Frankfurt in einem workshop zu lösen.

Schon im vergangenen Jahr beschäftigten sich Lehrer, Eltern und Schüler mit diesem Thema und erstellten Höflichkeitsregeln für die Brüder-Grimm-Gesamtschule Bebra. In diesem Seminar wurde das Thema vertieft und die Anwesenden stellten fest, dass am vorangegangenen Schulvormittag eine große Anzahl von -oft übersehenen- Höflichkeiten zwischen Lehrern und Schülern stattgefunden hatte: angefangen mit einer freundlichen Begrüßung über das Tür aufhalten bis hin zum Schultasche tragen. Prof. Dr. Lotte Rose machte den Zuhörern sehr deutlich, dass Zeichen der Höflichkeit nicht in Stein gemeißelt sind, d.h. es gibt keine allgemeingültigen Höflichkeitsregeln. Sie sind abhängig u.a. von der Situation oder auch von Ländern und Kulturen. Daumen hoch bedeutet bei uns in Deutschland, dass alles prima ist, während es in anderen Ländern z.B. als obszöne Beleidigung gedeutet wird. Zur Vermeidung von Unhöflichkeiten ist deshalb eine Herstellung einer gemeinsamen Zeichensprache der Höflichkeit wichtig.

Im letzten Teil der Veranstaltung befassten sich die Teilnehmer mit konkreten Situationen der Unhöflichkeit im Schulalltag. In Gruppen einigten sie sich auf eine Szene in der Schule, in der sich entweder Schüler oder Lehrer unhöflich verhielten. Mit großer Freude packten sie die Situationen in Rollenspiele und trugen sie vor.

Die Brüder-Grimm-Gesamtschule Bebra wird sich auch in Zukunft mit dem Thema Höflichkeit beschäftigen und versuchen, dass alle an der Schule beteiligten Personen die Zeichen der Höflichkeit in gleicher Weise verstehen.

Workshop: Höflichkeit in der Schule