
Am 7. September 2026 fand in Bebra die vierte und zugleich letzte Stolpersteinverlegung statt. Insgesamt wurden an diesem Tag 14 weitere Stolpersteine in Bebra, Iba und Weiterode verlegt. Sie erinnern an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, entrechtet und ermordet wurden.
Auch die Brüder-Grimm-Gesamtschule war in die Erinnerungsarbeit eingebunden: In Kooperation mit der Stadt Bebra und den Verantwortlichen der Stolpersteinverlegung beteiligten sich die Klassen 9A und 10CA an der Gedenkveranstaltung.
Die Klasse 9A hatte sich bereits im Unterricht intensiv mit den Lebensgeschichten der Menschen beschäftigt, für die an diesem Tag Stolpersteine verlegt wurden. Dabei setzten sich die Schülerinnen und Schüler sowohl mit der Verfolgung jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger als auch mit den nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morden auseinander.
Weiterlesen: Erinnern, damit Geschichte sichtbar bleibt – Stolpersteinverlegung in BebraAuf Grundlage ihrer Recherchen verfassten die Schülerinnen und Schüler eigene Texte zu den einzelnen Personen und ihren Schicksalen. Dabei entstanden unter anderem fiktive Interviews, Gespräche, kurze Reden und biografische Darstellungen. Diese wurden von den Jugendlichen selbst bei den jeweiligen Verlegestellen vorgetragen. So berichteten sie beispielsweise über die Familie Oppenheim, Hedwig Löser, Gutmann Rülf oder Ludwig Apfel und machten deutlich, dass hinter jedem Stolperstein ein Mensch mit einer eigenen Lebensgeschichte steht.
Ein besonderer Schwerpunkt der Unterrichtsarbeit lag auf der sogenannten „Aktion T4“ und den nationalsozialistischen Krankenmorden. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich damit, wie Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Behinderungen von den Nationalsozialisten ausgegrenzt, als „minderwertig“ bezeichnet und schließlich systematisch ermordet wurden.
Auch die Klasse 10C nahm an der Stolpersteinverlegung teil und begleitete die Gedenkveranstaltung. Für beide Klassen bot der Tag die Möglichkeit, Geschichte nicht nur im Schulbuch zu behandeln, sondern sie unmittelbar an den Orten zu erfahren, an denen die Verfolgten einst lebten und arbeiteten.
Die Stolpersteine erinnern daran, dass die Opfer des Nationalsozialismus Teil unserer Stadtgeschichte waren. Sie lebten in Bebra, hatten Familien, Berufe, Wünsche und Zukunftspläne. Die Beschäftigung mit ihren Lebenswegen zeigt deshalb eindrücklich, wie wichtig es ist, Erinnerung wachzuhalten und sich auch heute gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit einzusetzen.
Mit ihrer Beteiligung an der Stolpersteinverlegung leisteten die Schülerinnen und Schüler einen wichtigen Beitrag zur lokalen Erinnerungskultur und dazu, dass die Namen und Geschichten der Opfer nicht vergessen werden.


