
In dieser Woche machen sich alle Klassen des Jahrgangs 5 gemeinsam mit ihren Klassenleitungen und der Schulsozialpädagogin Christina Kindler auf den Weg nach Imshausen. Dort besuchen sie die Adam-von-Trott-Stiftung und tauchen in das Leben eines Mannes ein, der den Mut hatte, für seine Überzeugungen einzustehen.
Im Schloss angekommen, beginnt der Besuch mit einer Führung durch die Ausstellung. Auf sehr anschauliche und einfühlsame Weise erfahren die Kinder mehr über Adam von Trott und seine Kindheit, seine Familie und sein Leben. Der erste Ausstellungsraum ist wie ein Wohnraum gestaltet. Zwischen Fotoalben, Zeugnisheften, Kinder- und Jugendbüchern, Familienfotos, seinem Lieblingshut und sogar seinem Waldhorn wird Geschichte plötzlich ganz persönlich und greifbar.
Weiterlesen: Auf den Spuren von Adam von Trott – ein besonderer Tag in ImshausenIm zweiten Raum verändert sich die Stimmung. Es ist eng und dunkel. Die Kinder bekommen eine Vorstellung davon, wie es sich angefühlt haben könnte, wenn Gedanken an Freiheit und ein friedliches Zusammenleben plötzlich gefährlich wurden. Sie erfahren, welche Rolle Adam von Trott im Widerstand gegen den Nationalsozialismus spielte und wie er gemeinsam mit anderen, unter ihnen Claus Schenk Graf von Stauffenberg, am Widerstand gegen Adolf Hitler beteiligt war. Nach dem gescheiterten Attentat vom 20. Juli 1944 wurde Adam von Trott verhaftet und später hingerichtet.
Anschließend geht es hinaus in die Natur. Gemeinsam erklimmen die Kinder den Hügel oberhalb des Anwesens. Dort steht ein sieben Meter hohes Gedenkkreuz, das die Familie errichten ließ, weil Adam von Trott nach seiner Hinrichtung nicht an diesem Ort beigesetzt werden konnte. In einem Abschiedsbrief hatte er diesen Hügel selbst erwähnt, der für ihn eine besondere Bedeutung hatte. Auch seine Witwe Clarita von Trott ließ sich 2013 dort beerdigen.
Dieser Ort berührt viele der Kinder. Spontan pflücken sie auf den umliegenden Wiesen Blumen und legen sie am Gedenkkreuz nieder – eine ganz persönliche Geste des Erinnerns und der Wertschätzung.

Danach wird es wieder fröhlicher und lebhafter: Im Schlosspark wartet eine spannende Schnitzeljagd. Kreuz und quer geht es über das Gelände, unter und über Brücken der Solz, durch Holzstapel und vorbei an alten Bäumen. Zwischen Wäscheleinen und auf dem weitläufigen Gelände sind Buchstaben versteckt, die am Ende ein Lösungswort ergeben. Dabei können die Kinder ein wenig nachempfinden, wie die vielen Geschwister der Familie von Trott zu Solz hier einst gespielt und ihre Kindheit verbracht haben.
So erleben die fünften Klassen einen abwechslungsreichen und eindrucksvollen Tag: Sie lernen Geschichte nicht nur aus Büchern kennen, sondern begegnen ihr an einem echten Ort. Zwischen nachdenklichen Momenten, bewegenden Eindrücken und fröhlichem gemeinsamen Erleben wird dabei vor allem eines deutlich: Mut kann bedeuten, für das einzustehen, was einem wichtig ist – auch dann, wenn es schwierig wird.
